Entstehungsgeschichte

Mitten im Ortskern, im zweisprachigen Gebiet, befindet sich die Kirche St. Radegund in Untertechanting. Das Gotteshaus ist eine von fünf Filialkirchen der Pfarre St. Stefan/Finkenstein.

Das Kirchlein wird relativ spät - erst 1567 - in einem Urbar der Pfarre St .Stefan/Finkenstein erwähnt. Die Bausubstanz verweist freilich schon in die Gotik. Von dieser ersten Kirche steht heute nur noch der Altarraum, der Chor mit dem für die Gotik typischen drei Seiten eines Achtecks als Ostabschluss. Denn am 14. Oktober 1844 ist diese erste Kirche durch ein im Nachbarhaus ausgebrochenes Feuer vernichtet worden. Die wenigen Kostbarkeiten konnten gerade noch gerettet werden. Zwei Jahre dauerte es, bis das Langhaus mit dem nun gemauerten Türmchen, einem so genannten Dachreiter, soweit hergestellt war, dass man das Gotteshaus am Sonntag, den 22. November 1846 wieder einweihen konnte.

Damals wurde am Hauptaltar ein Bild des Heiligen Florian aufgestellt, welches heute durch eine neugotische Figur des Heiligen ersetzt ist. So ist auch diese kleine Dorfkirche - wie so viele andere Kirchen auch - durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder verändert und erneuert worden. Jede Zeit hat ihren Teil dazu beigetragen, dass sie heute ein kleines Schmuckstück, eine Visitenkarte für den Ort ist.

Der Hochaltar stammt aus den geretteten Teilen des späten 17. Jahrhunderts. Er wurde neu zusammengestellt und beherbergt heute die schon erwähnte Figur des heiligen Florian, im Aufsatz sieht man die Figur dreier Apostel. In der Mitte steht der heilige Bartholomäus, links und rechts von ihm der heilige Petrus und der heilige Paulus.

Auf dem einzigen Seitenaltar an der Nordwand befindet sich in einer Nische eine sitzende Muttergottes mit Kind aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts (ca. 1420/1425). Diese Statue wurde bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts den liturgischen Jahreszeiten entsprechend bekleidet. Im Aufsatzbild sieht man die Kirchenpatronin, die heilige Radegund als Nonne dargestellt. Dieses Bild und das Altargehäuse selbst stammen wohl aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, während die beiden Aufsatzfiguren der Evangelisten Johannes und Lukas um 1520/25 zu datieren sind.

In den letzten Jahren wurde das Dach und die Fassade der Filialkirche erneuert. In der Ortschaft Techanting leben heute ca. 300 katholische Christ/innen. Mehrmals im Jahr wird in der Kirche Gottesdienst gefeiert, ein Höhepunkt ist das Kirchweihfest im August, aber auch die Floriani- und die Bittprozessionen finden unter großer Beteiligung der Bevölkerung statt.

Filialkirche Techanting einst

Filialkirche heute